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jugendbegegnung in der ukraine 2003

Ostern in Golowtschinzi 17.04. – 26.04.2003

Ich war schon ziemlich aufgeregt, nach vier Jahren wieder in die Ukraine zu fahren. Die Erlebnisse im Sommer 1999 verband ich mit neuen, bereichernden Erfahrungen und Bekanntschaften, Hitze, Wodka, blauen Häusern, schlechten Straßen, Vokabel-Salat und aufgeschlossenen Menschen, die uns beibrachten, was Gastfreundschaft und Herzlichkeit bedeutet.

Jetzt hieß es also: Erwartungshaltungen erstmal nach unten schrauben (Um es vorweg zu nehmen: ich wurde nicht enttäuscht)!

Bei unserer Ankunft in Golowtschinzi empfingen uns ein stolzer Direktor, begleitet von seinen noch etwas zurückhaltenden Schülern und die Lehrerinnen: ein bunter Haufen Kopftücher, Schmuck, Schürzen, Schminke. Untergebracht wurden wir wie die letzten Jahre in Mehrbettzimmern des Internats, lebten also Tür an Tür mit unseren Gastgebern und bekamen so direkt Einblicke in den Alltag von Dorf und Schule und ukrainische Verhältnisse.

Die ersten Tage verbrachten wir mit gegenseitigem Beschnüffeln und Erkundungsgängen durch Golowtschinzi, bei denen wir Stadtkinder beobachten konnten, wie man Birkenwasser gewinnt, ein Schwein schlachtet und sein Haus blau tüncht. Bei gemeinsamen Ausflügen mit den Kindern des Internats in die nähere Umgebung, z. B. nach Viniza oder Khmelnitzki kamen wir uns trotz verbaler Schwierigkeiten dank Händen und Füßen näher, tauschten schon mal als Erinnerungsgeschenk Haarspangen und Adressen aus, verpassten dabei aber natürlich nicht, die die Historie sehr eindrucksvoll widerspiegelnden Orte zu bestaunen.

Jugendbegegnung in der Ukraine - Zugfahrt Ukraine _ Libelle

Der Termin der Jugendbegegnung fiel auf das Osterfest, was in der Ukraine allerdings erst eine Woche später stattfindet. Wir feierten trotzdem alle gemeinsam im Garten, tauschten uns über die verschiedenen Bräuche aus und hatten viel Spaß beim Osternest bauen. Zum Standardprogramm der traditionell stattfindenden Besuche gehören ein Volleyballturnier, was in diesem Jahr zum Highlight durch die aus allen umliegenden Orten angereisten Teams wurde und ein Kulturabend in der Schulaula, bei dem sich Ukrainer und Deutsche mit selbst einstudierten und vorgetragenen Theaterstücken und Liedern in gleichem Maß beteiligten.

Beeindruckend waren für mich immer noch die Begegnungen mit Dorfbewohnern und ihren Geschichten und die Ausdauer der Kinder, die uns immer wieder zum interkulturellen Austausch animierten, egal ob es um Interessen, Sorgen und Nöte, Geschenke oder Adressen ging.Tränenreich war der Abschied.

Während unseres Aufenthaltes in Golowtschinzi haben wir viele Kontakte geknüpft bzw. aufgefrischt und unsere ukrainischen Gastgeber zeigten uns, dass selbst gestandene Männer weinen dürfen.

Beide Seiten hoffen nun auf das nächste Jahr und damit auf die Wiederholung einer eindrucksvollen Woche Ukraine.