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hilfsprojekte in der ukraine

Die Industrie in der Ukraine ist im großem Umfang zusammengebrochen, die wenigen Investitionen und Joint Ventures, die nach der Unabhängigkeit 1991 von westlichen Firmen getätigt wurden, sind meist gescheitert. Und auch die Landwirtschaft leistet bei weitem nicht mehr so viel, wie dies noch in Sowjetzeiten der Fall gewesen ist.

Die Menschen kämpfen verbissen ihren alltäglichen Überlebenskampf und es mangelt doch an allen Enden. Am härtesten sind die Alten betroffen, die von ihrer Staatsrente, die etwa 70 Grivni (ca.16 Euro) pro Monat beträgt, nicht einmal das Nötigste bezahlen können. Aus diesem Grund sitzen die alten Mütterchen auf dem Markt oder am Straßenrand und verkaufen selbst angebautes Obst und Gemüse, Wurst oder auch Zigaretten und versuchen auf diese Weise ein wenig hinzuzuverdienen.

Und auch den Kindern geht es meist nicht besonders gut, wenn die Eltern mit den eigenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mehr als genug gefordert sind.

Einige von diesen leben im Schulinternat von Golowtschinzi. Hier wird ihnen alles geboten, was für Kinder existentiell wichtig ist. Sie haben eine Unterkunft und genügend zu essen. Zum Internat gehört eine eigene Schule, in der zum Beispiel auch Deutsch unterrichtet wird. Eine kleine Werkstatt und für die Mädchen auch eine Küche für den Hauswirtschaftsunterricht, sind ebenso vorhanden, wie eine Turnhalle, ein Sportplatz und sogar ein großer Obstgarten.

Die Lehrerinnen und Lehrer geben sich sehr viel Mühe, den Kindern auch die nötige Wärme und ein Gefühl der Geborgenheit zu geben, um Vertrauen und ein angenehmes Verhältnis zu schaffen. Und wenn der Direktor auf dem Spielplatz auftaucht, dann wird dieser zwar mit Respekt gegrüßt, aber die erregte Kindermeute strömt zusammen und redet auf ihn ein, dass es leicht fällt, sich ein Bild von der liebevollen Aufmerksamkeit zu machen, die hier beiden Seiten entgegengebracht wird.

Natürlich müssen die Internatsbewohner vieles entbehren, was für uns selbstverständlich ist, eigenes Spielzeug zum Beispiel oder die Möglichkeit, sich sein Zimmer ganz individuell einzurichten. Und wahrscheinlich mangelt es auch ein wenig an Abwechslung, denn das Leben der Kinder spielt sich zum größten Teil hier ab, wenn auch viele wenigstens über die Ferien zu ihren Eltern oder Verwandten fahren können.

Zwei Mal im Jahr starten wir einen Hilfstransport in die Ukraine. Traditionell findet eine der beiden Fahrten Ende Mai statt, wenn die Kinder und Jugendlichen den letzten Schultag feiern. An diesem Tag werden junge Menschen aus dem Heim verabschiedet. Für eine finanzielle oder materielle Unterstützung auf dem Weg in ein selbständiges Leben fehlen die Mittel. Deshalb bringen wir zum letzten Schultag außer den Sachspenden für das Heim den Jungerwachsenen als Geschenk große Überlebenstaschen mit. Sie sind mit dem notwendigsten wie Bettlaken, Decken, Handtüchern usw. gefüllt.

1998 besuchten wir das Kinderheim Golowtschinzi das erste Mal. Damals waren dort 198 Kinder zu Hause. Die Zahl der Kinder ändert sich von Jahr zu Jahr. Gegenwärtig sind es 140 Kinder, die im Heim wohnen und in die dazugehörige Schule gehen. 2002 feierte dieses Heim in der Ukraine sein75-jähriges Bestehen.

Bei unseren Bemühungen, den Heimkindern materielle Hilfe zuteil werden zu lassen, unterstützen uns Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen durch ihre Spenden. Für dieses Engagement möchten wir uns im Namen der ukrainischen Kinder und Erzieher ganz herzlich bedanken.

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