| Gemeinsam
mit dem Jugendforum Sibiu dem Verein Stalker aus Tîrgu Mures,
den Falken und der Naturfreundejugend Sachsen bauen wir ein altes
Bauernhaus in Cisnadioara zum Jugendbegegnungszentrum aus. Zukünftig
wird es Jugendlichen verschiedenster Nationen einen Anlaufpunkt
für gemeinsame Aktionen bieten.
Am Fuße der Karpaten liegend, bietet Cisnadioara
beste Vorraussetzungen für internationale Jugendcamps und Seminare.
Das kleine Dorf befindet sich circa 7km südlich von der Bezirkshauptstadt
Sibiu und ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu
erreichen.
Das Haus diente schon in der Vergangenheit als
Herberge. Die Nutzung beschränkte sich aber ausschließlich
auf die Sommersaison. Es gab weder fließendes Wasser noch
eine Heizungsanlage.
Während der beiden Workcamps im September
2003 wurde der Kellerraum ausgeschachtet und mit dem Einbau der
Duschen und Toiletten begonnen. Leider haben wir unseren Plan nicht
realisieren und die kompletten Installation abschließen können.
Dies lag auf keinen Fall an den deutschen und rumänischen Teilnehmern
der Workcamps als vielmehr an den zusätzlich durchzuführenden
Arbeiten. Es hat sich im Zuge der Ausbauarbeiten herausgestellt,
dass eine Dränage um das Haus unbedingt notwendig ist.
Nach den Arbeiten im Keller und vier Tagen Dauerregen
hatten wir mit einem massiven Wassereinbruch im Haus zu kämpfen.
Dieses Problem konnte in der uns zur Verfügung stehenden Zeit
gelöst werden, die geplanten Arbeiten mussten aber erst einmal
aufgeschoben werden. Durch den unermüdlichen Einsatz von Claus,
Tilo und Adrienne sowie den jedes Wochenende stattfindenden Arbeitseinsätzen
des Jugendforums konnten wir aber den Anschluss wieder finden.
Im Februar 2004 wurde endlich die lang erwartete
Heizungs- und Warmwasseranlage in Betrieb genommen.
Bei den Workcamps vom 20.03.-04.04. und 08.04.-17.04.2004
wurden die im Herbst und Winter begonnen Arbeiten weitergeführt
und vollendet.
Der Dusch– und Toilettenraum, sowie die
beiden Schlafräume wurden fertig gestellt. Weiterhin haben
wir begonnen den Gemeinschaftsraum und das Treppenhaus zu renovieren.
Nachdem im Jahr vorher die Fenster aufgearbeitet worden, konnten
wir mit der Erneuerung der Türen beginnen.
Leider konnten wir das Problem der Wasserversorgung
noch immer nicht zufrieden stellend lösen. Die beiden auf dem
Grundstück vorhandenen Brunnen sind nicht nutzbar. Wir haben
deshalb ein Trinkwasserreservoir in der Einfahrt zum Grundstück
angelegt, so dass das Haus nun auch über fließendes Wasser
verfügt. Eine endgültige Lösung konnten wir aber
damit nicht erreichen. Die maximal zur Verfügung stehenden
12 Kubikmeter Wasser reichen bei voller Belegung des Hauses höchstens
2 Wochen. Danach muss neues Wasser herantransportiert werden. Angeblich
soll Michelsberg im Jahr 2005 an das Trinkwassernetz angeschlossen
werden. Wir werden sehen …
Während der letzten beiden Workcamps im Rahmen
dieses Projektes vom 28. August bis 12. September und vom 11. bis
26 September haben wir die Küche und den Gemeinschaftsraum
fertig gestellten. Es mussten in beiden Räumen kleinere Reparaturarbeiten
durchgeführt werden. Danach haben wir sie neu gestrichen und
eingerichtet.
Weitere Arbeiten haben uns im Treppenhaus beschäftigt.
Nachdem im oberen Bereich der Putz ausgebessert wurde, konnten wir
es ebenfalls neu streichen.
Insgesamt ging es darum, die im Rahmen unseres
Projektes geplanten Umbauten an Haus und Grundstück während
dieser beiden Workcamps zu beenden und die Herberge ihrer Bestimmung
zu übergeben. Aufgrund der fortgeschrittenen Bausituation konnte
dies überaus zufriedenstellend realisiert werden.
Längerfristig ist an einen Ausbau des Dachgeschosses
oder der zum Grundstück gehörenden Scheune zu denken.
In erster Linie sollte aber erst einmal das Haupthaus ganzjährig
nutzbar gemacht werden. Die Arbeiten dazu konnten wir im Sommer
2004 abschließen.
Das Projekt wurde unterstützt durch das Aktionsprogramm
Jugend der Europäischen Union , das Land Sachsen und zahlreiche
private Einzelspender.
Workcamps:
An unseren 6 Workcamps konnte jeder zwischen 16
und 25 teilnehmen, der Lust hatte seine Ferien mal anders zu verbringen.
Bautechnische Kenntnisse waren nicht unbedingt erforderlich.
Wie bei allem was wir machen, stand natürlich
der Spaß an der Sache im Vordergrund. Während der Workcamps
wurde natürlich nicht nur gearbeitet. Die Teilnehmer konnten
´ne Menge von Rumänien sehen und erleben, so dass es
ihnen nicht schwer viel, ihr Herz für
dieses Land zu entdecken.
Unsere Partner:
Jugendforum Sibiu/Hermannstadt: Das Jugendforum
und seine Dachorganisation „Demokratisches Forum der Deutschen
in Rumänien“ verstehen sich als Interessenvertretung
der deutschen Minderheit. Durch die Auswanderungswelle nach der
Wende in Rumänien bilden die Siebenbürger Sachsen und
Banater Schwaben, wie sie sich selbst bezeichnen, nur noch einen
verschwindend geringen Teil der Gesamtbevölkerung. Nachdem
besonders die Jungen das Land Richtung Deutschland verließen,
haben rumänische Jugendliche ihren Platz eingenommen. Organisiert
im Jugendforum versuchen sie die deutsche und rumänische Kultur
zu verbinden.
Verein „Stalker“: Die Mitglieder des
in Tîrgu Mures ansässigen Jugendvereins gehören
zum größten Teil der ungarischen Minderheit an. Der Schwerpunkt
des Vereins liegt im erlebnispädagogischen Bereich. „Stalker“
organisierte in der Vergangenheit zahlreiche Erlebniscamps mit internationaler
Beteiligung. Seit 1999 arbeiten wir eng mit diesem Verein zusammen.
„SJD-die Falken“ und die „Naturfreundejugend
Sachsen“: Beide Vereine gehören zu den aktivsten Jugendorganisationen
im Raum Dresden. Gemeinsam ist es uns in der Vergangenheit gelungen,
die Jugendkultur in unserem Einzugsgebiet mit zu gestalten. Mit
dem gemeinsamen Auftreten bei diesem Projekt, wird nun eine neue
Stufe der Zusammenarbeit erreicht. |