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Rückblick: 'Europe
– The Puzzle' internationales Wintercamp 8.-21. Februar 2004
Was ist eigentlich Europa? Im Februar 2004 beschäftigten
sich Jugendliche aus Sofia (Bulgarien), Sibiu (Rumänien) und
verschiedenen sächsischen Orten zwei Wochen lang mit dieser
Frage. Europa ist so bunt und vielfältig wie seine Bewohner,
und das ist gut so. Dennoch gibt es zu viel Trennendes, zu viel
ungerechte Verteilung, zu dichte Grenzen, zuviel Argwohn gegenüber
vermeintlich Fremden. Warum eigentlich? Dass es gar nicht so schwer
ist, trotz unterschiedlicher Herkunft und anderer Muttersprache
miteinander klar zu kommen, haben die Jugendlichen bei europe.the.puzzle
in der sächsischen Kleinstadt Pirna bewiesen.
Wenn Menschen – egal, woher sie kommen -
an einem gemeinsamen Ziel arbeiten, dann kommt etwas Gutes dabei
heraus. Diese Erfahrung konnten die bei Teilnehmenden der Jugendbegegnung
hautnah machen. In vier verschiedenen Workshops, in denen jeweils
Jugendliche aus allen drei Ländern vertreten waren, wurde an
einem gemeinsamen Stück gearbeitet. Dabei war der Weg bis zum
Ziel alles andere als einfach. Am Anfang war vor allem Phantasie
verlangt, denn bevor es richtig losgehen konnte, musste eine Story
geschrieben werden, die dann mit verschiedenen künstlerischen
und technischen Mitteln umgesetzt werden sollte. Nach regen Diskussionen
und dem Versuch, möglichst alle Ideen einzubinden, konnten
die Workshops starten. Die Geschichte wurde in mehrere Szenen zerlegt
und diese unter den bestehenden Arbeitsgruppen – es gab ein
Videoteam, eine Theatergruppe, eine Audiogruppe und im Bandworkshop
sogar zwei Teams – aufgeteilt. Es war gar nicht so einfach,
die Ergebnisse der Einzelgruppen zu einem Stück zusammen zu
fügen, und so trafen sich alle fast jeden Abend zu gemeinsamen
Absprachen. Die Anstrengungen haben sich gelohnt, denn bei der Aufführung
der gemeinsamen Performance am 19. Februar im Pirnaer S55 waren
viele Gäste anwesend.
Hier der Inhalt der Darbietung in Kurzfassung:
eine Familie reist in ein anderes Land, wird bei der Einreise aufgrund
von Vorurteilen seitens der Grenzbeamten viel penibler als andere
kontrolliert und erfährt so Diskriminierung. Im Gastland werden
Vorurteile der Einheimischen gegenüber anderen Gruppen die
sichtbar – so gegenüber sozial ausgegrenzten Menschen
und solchen mit anderer sexueller Orientierung. Aber auch die Eingereisten
sind nicht frei von solchen Vorurteilen. Durch ein Erlebnis, das
die Reisenden mit einer Obdachlosen haben, wird der Teufelskreis
durchbrochen, und die (als Audioeinspielungen dargestellten) Vorurteile
müssen das Feld räumen ...
Natürlich gab es neben der Workshoparbeit
jede Menge Freizeitspaß. Diskoabende, Besuche im Erlebnisbad
und auf der Bowlingbahn, eine Wanderung ins Elbsandsteingebirge
und Kulturtrips nach Dresden gehörten dazu. Außerdem
bastelten die Jugendlichen aus Styropor ein buntes Europa ohne Grenzen.
Das Exponat, das bei der Aufführung als Dekoration Verwendung
fand, steht sinnbildlich für das, was die Jugendlichen bei
europe.the.puzzle praktiziert haben: ein gleichberechtigtes Zusammenleben,
bei dem alle die Unterschiede der Anderen akzeptierten und das Gemeinsame
die Gruppe zusammenschweißte. Und warum soll nicht im Großen
gelingen, was im Kleinen so gut funktioniert?
Das Projekt research.the.space wurde von
der Europäischen Union aus Mitteln des Programms YOUTH gefördert.
Wir danken den Vereinen Liebethaler e. V., uniwerk- kunstverein
pirna e.V. und Hafenstraße e. V. (Meißen) sowie dem
SAEK Hörfunkstudio Dresden für die freundliche Unterstützung.
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