Ukrainefahrt Oktober 2013

 

In diesem Herbst waren wir wieder in der Ukraine unterwegs, um unsere Projektpartner der „Kinderarche Ukraine“ zu besuchen, gemeinsame Aktionen mit den Jugendlichen in Chmelnizkij durchzuführen und unsere Kontakte im Kinderheim in Antonine auszubauen.

Kinderarche Ukraine

Bei dieser Fahrt standen Treffen mit Vertretern aus dem Projekt an. Es wurden vor allem Gespräche darüber geführt, wie man die ehemaligen Heimkinder, nach dem Austreten aus den Heimen, weiter unterstützen kann. Aufbauend auf diesen Gesprächen entstanden Ideen zum Aufbau einer Kontakt- und Beratungsstelle in Chmelnizkij. Dazu soll das Angebot der Kinderarche Ukraine erweitert werden. Wir wollen größere Räumlichkeiten mieten und ein Programm zur Sozialisierung der Jugendlichen starten, das sie bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleitet und unterstützt. Hier sollen alle Informationen zusammenlaufen, um sich über Belange des täglichen Lebens erkundigen zu können – sei es mittels einer Beratung zum Umgang mit Geld, zu Perspektiven bei der Berufswahl oder auch zur Gesundheitsfürsorge.

Es gab wieder ein Ehemaligentreffen, bei dem mit 25 Ehemaligen besonders viele Jugendliche anwesend waren.Kopie IMG_0075

Dabei gab es eine Gesprächsrunde, in der jeder über seine Erlebnisse und sein jetziges Leben berichten konnte. Bei diesem Treffen fiel uns auf, dass besonders einige junge Männer große Schwierigkeiten bei einer realistischen Einschätzung ihrer Möglichkeiten haben. Besonders positiv fiel uns diesmal die Bereitschaft auf, sich bei Besuchen in Heimen einzubringen. So waren drei ehemalige Heimkinder gemeinsam mit uns in das Kinderheim in Antonine gefahren, um uns zu begleiten und uns bei unserer Arbeit zu unterstützen. Dabei waren besonders zwei junge Frauen sehr engagiert, die uns auch beim Dolmetschen zur Seite standen.

Antonine-Heim für Kinder und Jugendliche

In Antonine wurden wir erneut sehr herzlich empfangen und hatten viele Gelegenheiten die Beziehungen zu den Kindern und Jugendlichen auszubauen. Zudem führten wir sehr aufschlussreiche Gespräche mit dem Direktor und den stellvertretenden Heimleiterinnen. Auch Lehrer und Erzieher lernten wir als sehr engagiert kennen. Da die Herbstferien begannen, hatten wir viel Zeit, uns intensiv mit den Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen. Es gab zahlreiche gemeinsame Aktivitäten und immer wieder Raum für Gespräche. Wir spielten Volleyball, Tischtennis und auch Fußball. Besonders beliebt waren bei dieser Fahrt aber eindeutig das Bogenschießen und das Luftballon-Haschen.

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Zudem haben wir das schöne Wetter genutzt, um draußen zu malen, zu basteln und lustige Spiele zu spielen. Wir konnten einige komplette Tage in Antonine verbringen, vor Ort übernachten und somit am Alltag der Kinder teilhaben, wie zum Beispiel am gemeinsamen Essen. Als wir den Kindern ihre ganz persönlichen Fotoalben überreichten, waren sie sichtlich begeistert. Bei unseren Besuchen wurden wir von drei engagierten Ehemaligen aus Chmelnizkij unterstützt. Sie dolmetschten für uns, brachten sich bei den Aktionen ein und konnten mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch kommen und erste Kontakte knüpfen.

Ein weiterer Höhepunkt unserer Besuche war die gemeinsame ganztägige Wanderung mit den ca. 20 Jugendlichen der 10. Und 11. Klasse sowie der Aufbau, der von uns gespendeten Zelte, Schlafsäcke und Isomatten. Am Ziel der Wanderung konnten dann auch die Kochtöpfe über einem Lagerfeuer ausprobiert werden – gekocht wurde die traditionelle Fischsuppe „Juschka“.

Kopie DSCN7746 WanderungKopie DSCN7796 Juschka

Wowkowinzi

Auch bei dieser Fahrt waren wir wieder zu Besuch im Heim in Wowkowinzi, wo wir sehr offen empfangen wurden. Wir verbrachten mit den Kindern und Jugendlichen zwei schöne Tage mit Reden, Volleyball, Fußball und Tischtennis. Die Kinder aus Golowschinzi haben sich mittlerweile sehr gut dort eingelebt. Mit der Leiterin des Heimes kamen wir intensiv ins Gespräch. Sie versicherte uns, dass wir jederzeit willkommen sind und die Kinder sich sehr auf uns freuen. Allerdings scheint die zukünftige Existenz dieses Heimes unklar zu sein. Erstens werden jedes Jahr viele der Kinder über eine christliche amerikanische Organisation adoptiert und nur wenige neue Kinder zeitgleich aufgenommen. Zweitens ist die jährliche Finanzierung nicht prognostizierbar.

Dorfschule Golowschinzi

Auch der Besuch der Dorfschule in Golowschinzi stand wieder auf dem Programm. Hier waren wir zu einem Kosakenfest eingeladen, bei dem die Kinder einige Prüfungen

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bestehen mussten. Aufgrund des sehr aufopfernden Engagements des Lehrerkollektives und der Eltern hat sich der Zustand der Dorfschule seit unserem Besuch im Mai etwas verbessert. So können nun die Tische und Stühle des benachbarten geschlossenen Heimes genutzt werden. Des Weiteren wurden die Toiletten saniert und ein Waschraum eingerichtet. Das Klettergerüst, welches wir im Mai aufgebaut hatten, wird beständig und intensiv von den Schülern genutzt. Allerdings gibt es in der Dorfschule weiterhin Einiges zu tun. Es fehlt immer noch an einem ordentlichen Bodenbelag im Sportzimmer, an dem wir uns finanziell beteiligten. Zudem ist der Ofen für die Schulküche in einem katastrophalen Zustand.

Zusammenarbeit und Unterstützung junger Familien

Wie bei jeder Fahrt war auch dieses Mal die Arbeit mit jungen Familien wieder ein wichtiger Bestandteil. Wir unterstützten vor allem junge Familien mit Kleiderspenden und Spielzeugen und organisierten elementare Versorgungen.