Ukraine

Während die Ukraine früher für Russland und Polen aufgrund ihres Ressourcenreichtums wirtschaftlich sehr interessant war, ist es heute eines der ärmsten Länder in Europa. Dabei gehört die heutige Ukraine zu den größten Staaten des Kontinents. Mit ihren über 50 Mio. Einwohnern ist sie hinter Russland, Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich das einwohnerstärkste Land in Europa. Obwohl das Land seit dem Mittelalter nie über längere Zeit ein eigener Nationalstaat war, hat es zahlreiche Traditionen erhalten und kann sich eines großen kulturellen Erbes, gerade im Bereich der Literatur und der klassischen Musik rühmen.

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Die Industrie in der Ukraine ist im großen Umfang zusammengebrochen, die wenigen Investitionen und Joint Ventures, die nach der Unabhängigkeit 1991 von westlichen Firmen getätigt wurden, sind meist gescheitert. Und auch die Landwirtschaft leistet bei weitem nicht mehr so viel, wie dies noch in Sowjetzeiten der Fall gewesen ist. Die Menschen kämpfen ihren alltäglichen Überlebenskampf und es mangelt doch an allen Enden. Am härtesten sind Alte, Kranke und Kinder betroffen. Aus diesem Grund sitzen viele Menschen auf dem Markt oder am Straßenrand und verkaufen selbst angebautes Obst und Gemüse, Wurst oder auch Zigaretten und versuchen auf diese Weise ein wenig hinzu zuverdienen. Kindern geht es meist nicht besonders gut, wenn die Eltern mit den eigenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten überfordert sind.

Einige von diesen leben im Schulinternat von Golowtschinzy. Hier wird ihnen alles geboten, was für Kinder existentiell wichtig ist. Sie haben eine Unterkunft und genügend zu essen. Zum Internat gehört eine eigene Schule, in der zum Beispiel auch Deutsch unterrichtet wird. Eine kleine Werkstatt und für die Mädchen auch eine Küche für den Hauswirtschaftsunterricht, sind ebenso vorhanden, wie eine Turnhalle, ein Sportplatz und sogar ein großer Obstgarten. Die Lehrerinnen und Lehrer geben sich viel Mühe, den Kindern auch die nötige Wärme und ein Gefühl der Geborgenheit zu geben, um Vertrauen und ein angenehmes Verhältnis zu schaffen. Natürlich müssen die Internatsbewohner vieles entbehren, was für uns selbstverständlich ist, eigenes Spielzeug zum Beispiel oder die Möglichkeit, sich sein Zimmer ganz individuell einzurichten. Vor allem  mangelt es an festen sozialen Netzwerken und Abwechslung, denn das Leben der Kinder spielt sich zum größten Teil hier ab, wenn auch viele wenigstens über die Ferien zu Verwandten oder Pflegefamilien fahren können.

Kinderheim Golowtschinzy      Kinderheim Golenyschtsche      

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